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Freitag, der 09. Februar 2018

Der große Traum von Keeper Fabri

Beşiktaş-Torhüter Fabri zählt zu den Erfolgsgaranten der Türken und scheint mit 30 Jahren seine Heimat im Profifußball gefunden zu haben.

Seit Beginn der Saison 2016/17 steht Fabricio Martin Agosto Ramírez - kurz Fabri - bei Beşiktaş unter Vertrag und ist dort zum absoluten Leistungsträger gereift. Der 30-Jährige hat bereits mehrere Stationen in seiner Karriere hinter sich, doch beim amtierenden türkischen Meister scheint er nun seine Heimat gefunden zu haben und steht wie sein Klub erstmals im Achtelfinale der UEFA Champions League. "Ich bin sehr glücklich hier und würde gerne länger bleiben", äußerte er sich in einem Interview mit der „Marca" Ende 2017.

In Vecindario auf Gran Canaria geboren, begann er seine Karriere 2006 in der Profimannschaft von Deportivo La Coruña. Erst nach einigen Gastspielen auf Leihbasis, u.a. bei Betis Sevilla, konnte er sich in der Saison 2014/15 einen Platz in der Startelf der Galizier erkämpfen. Doch sein Glück hielt nicht lange an. Durch einen Kreuzbandriss verlor er seinen Stammplatz und verpasste die komplette darauffolgende Saison. 

Es folgte der Neuanfang bei Beşiktaş und der steile Aufstieg des 1,85 Meter großen Torhüters. In seinen bisher 70 Partien für die „Schwarzen Adler" spielte er 21 Mal zu Null und war letztes Jahr maßgeblich am Gewinn der Meisterschaft und diese Saison am Einzug ins Achtelfinale der Champions League beteiligt. Leistungen, die ihn einem seiner großen Ziele näherbringen könnten: "Mein Traum ist es, für die spanische Nationalmannschaft zu spielen."

Während er in seiner Heimat aber längst nicht das Ansehen eines David de Gea, geschweige denn eines Iker Casillas genießt, weiß man seine Auftritte in der Türkei durchaus zu würdigen, wie der Ex-Spieler und heutige TV-Experte Ridvan Dilmen unlängst bestätigte: "Manche Torhüter sind durchschnittlich begabt und manche sind wie Fabri - sie wachsen über sich hinaus."

Dass er immer sein Herzblut auf dem Platz lässt, zeigt sein emotionaler Ausbruch im Jahr 2016. Als seine Mannschaft in Kiew mit 0:6 verlor, brach er bereits beim 0:4 vor Wut in Tränen aus. Eine Hingabe, die bei den Fans bestens ankommt. Generell scheint dem Spanier die DNA des Klubs zu gefallen: "Bei Beşiktaş ist niemand wichtiger als der andere. Es kommt einer, es geht einer und man merkt kaum den Unterschied. Das zeichnet uns aus. Es gibt hier keine Cristianos oder Messis. Die Fans sind eine große Hilfe. Sie sind immer da."

Eine Baustelle sieht er allerdings noch bei sich selbst: "Ob ich Türkisch spreche? Nur einige Wörter, aber es reicht nicht für ein Gespräch. Ich muss auf jeden Fall besser werden." Sollten keine weiteren Probleme hinzukommen, können die Türken durchaus zuversichtlich in die Partie gegen den FC Bayern München gehen, denn im Fußball ist alles möglich - das zeigt nicht zuletzt die Geschichte eines Torhüters aus Gran Canaria, der mit 30 Jahren in der Champions League plötzlich in einem Atemzug mit einigen legendären Torhüterkollegen genannt wird.

Hinweis: Dieser Artikel erschien zuerst auf www.uefa.com

Autor: Constantin Laufer

Link: http://de.uefa.com/uefachampionsleague/stories/index.html#/iv/article/2532239


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