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Samstag, der 15. Juli 2017

Der unrühmliche Abgang einer Legende

„Wieso verabschiedet sich dieser Klub seit Jahrzehnten würdelos von Legenden? Verzeih uns Wesley, das hast du nicht verdient." GazeteFutbol-Redakteur Hüseyin Yilmaz über den peinlichen Umgang des Özbek-Vorstandes mit einem Weltstar. 

Von Hüseyin YILMAZ

Ich kann mich noch an die Verpflichtung von Wesley Sneijder erinnern, als wäre es gestern gewesen. An den kalten Wintertagen im Januar 2013 war er die Erdbeere auf dem Kuchen des damaligen Präsidenten Ünal Aysal. Reporter Irmak Kazuk vom Sportsender „NTV Spor" nistete sich für Wochen in Mailand ein und berichtete nahezu stündlich über den Zwischenstand der Verhandlungen. Die Galatasaray-Anhänger legten auf den sozialen Medien für Tage sogenannte „Transfernachtschichten" ein, die es in dieser Art vermutlich nur in der Türkei gibt und warteten auf die langersehnte Meldung, dass der Transfer endlich unter Dach und Fach ist. Den vierjährigen Aufenthalt von Wesley Sneijder kann man am besten mit dem Satz zusammenfassen, den einst Zlatan Ibrahimovic vor wenigen Monaten bei seinem Abschied von Paris Saint-Germain verlauten ließ: „Ich kam als König und gehe als Legende." Doch der Abschied des Filigrantechnikers war alles andere als legendär. In Totenstille erreichte der Niederländer heute Morgen mit seinem Vater den Atatürk-Flughafen, nahm sich die Zeit für paar Erinnerungsfotos und stieg nach der Passkontrolle in den Flieger Richtung Amsterdam ein - keine Zeremonie, keine Plakette, einfach Nichts! Dies lag sicherlich nicht an den Leistungen. Sneijder hinterlässt große Spuren, gewann acht Titel in vier Jahren und avancierte vor allem in wichtigen Duellen zum Matchwinner. Er war ein Akteur, der der damaligen Führungsphilosophie von Aysal gerecht wurde: „Galatasaray kann seine Schulden nur mit Wachstum abbauen." Allein der historische Treffer gegen Juventus Turin (1:0) am 11. Dezember 2013 um 14:15 Uhr im letzten Gruppenspiel der UEFA Champions League, der dem Rekordmeister den Einzug in das Achtelfinale garantierte, generierte den „Löwen" Einnahmen in Höhe von 4,5 Millionen Euro. Tore von solcher Relevanz hat Sneijder etliche Male geschossen. Eine Hand wäscht die andere. Es war in finanzieller Hinsicht ein wechselseitiges Geschäft. Sneijder glänzte, verdiente seine 4,5 Millionen Euro pro Jahr in einer der schönsten Städte der Welt. Galatasaray dagegen füllte durch die von ihm angetriebenen Erfolge die Mannschaftskasse. Sneijder hatte sich gelohnt.

Sneijder erreicht den Zenit und wird zum Opfer eines Machtkampfes

Doch ist es nicht diese Dauerkrankheit in der Türkei, dass kein Erfolg unbestraft bleibt? Der Erzrivale Fenerbahce erlebte dieselbe Story vor wenigen Jahren mit der Legende Alex de Souza. Es ist immer wieder derselbe Ablauf: Primitive Vorstände und Trainerstäbe missten Hand in Hand insbesondere in schweren Zeiten ihre Führungsspieler aus, um die Autorität nach Außen zu demonstrieren und klare Signale zu setzen. Es ist selbstverständlich, dass Sneijder in den letzten zwei Jahren auf seinem Zenit angekommen ist. Dies kann man einem Weltstar, der mittlerweile 33 Jahre alt ist, nicht übelnehmen. Der Niederländer befindet sich wenige Jahre vor dem endgültigen Ruhestand in einer Abbauphase. Hinter den Kulissen mischte sich Sneijder auch oft in interne Angelegenheiten ein, die grundsätzlich nicht zum Arbeitsgebiet eines Fußballers gehören. Die Trainerwahl hinsichtlich Jan Olde Riekerink spielte ihm lange in die Karten. Durch diesen Kanal übte der Rekordnationalspieler der Oranje nicht selten einen großen Einfluss auf die Mannschaft aus. Daher mag die Trennung unter verschiedenen Gesichtspunkten vielleicht sogar eine richtige Entscheidung gewesen sein. Doch nichts rechtfertigt die katastrophale Handhabung dieser Periode auf Führungsebene. Sneijder wurde systematisch weggeekelt, entfremdet und zur Vertragsauflösung gezwungen. Man erinnere sich noch an die interne Vereinsstrafe von sinnfreien 2,3 Millionen Euro nach dem Ende der Saison 15/16 für die Gelben Karten und Platzverweise - ein schlechter Witz! Igor Tudor begeht einen großen Fehler. In einer Mannschaft, wo Selcuk Inan, Tolga Cigerci, Tarik Camdal und viele weitere Spieler mit überproportionalen Gehältern dem Klub einfach kaum Nutzen stiften, war Sneijder definitiv nicht der alleinige Sündenbock für den Misserfolg der letzten zwei Jahre. Statistiken lügen nicht. In diesen zwei Saisons kam der Niederländer in 53 Ligaspielen auf zehn Treffer und 22 Torvorlagen. Und noch was: Wieso fürchtet man sich von einem Wechsel Sneijders innerhalb der Türkei und baut eine 20 Millionen Euro-Klausel ein, wenn die Leistungen des „übergewichtigen" Routiniers ohnehin den Erwartungen von Galatasaray nicht entsprechen? Eine Widersprüchlichkeit durch und durch.

Danke für alles, Wesley!

Auf Wiedersehen Wesley. Für mich warst Du trotz allem der größte Spielmacher nach Gheorghe Hagi, den wir je in unseren Reihen hatten. Die Fans sind sich darüber einig, dass Dir bei Deinem Abschied die Ehre, die Dir in Anbetracht Deiner Dienste gebührt, nicht erwiesen worden ist. Doch am Bosporus werden Spieler, welche sich einmal in die Herzen der Fans geschossen haben, nicht vergessen. Dein Verzicht auf die Dir zustehenden 4,5 Millionen Euro zeigt uns, dass Du nicht nur wegen des Geldes vier Jahre lang die Rückennummer von Metin Oktay getragen hast.           


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