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Mittwoch, der 29. November 2017

Die neue Gefahr im türkischen Fußball: Twitterfans

Es ist nicht nur die Jugendarbeit, an der es in der Türkei mangelt. Auch die Fan-Philosophie benötigt eine 180-Grad-Wende. Ein Kommentar von Hüseyin Yilmaz zur aktuellen Situation bei Galatasaray.    

Von Hüseyin YILMAZ

17. September 1997: Galatasaray trifft vor heimischer Kulisse in der Gruppe A der UEFA Champions League auf Borussia Dortmund. Im ausverkauften Ali Sami Yen-Stadion dominieren die „Löwen" das Spiel, kontrollieren den Gegner in allen Belangen und suchen immer wieder den Zug zum Tor. Doch was passiert dann in der 74. Minute? Nach einem hohen Ball kann Abwehrchef Bülent Korkmaz den Ball nicht treffen und macht einen fatalen Patzer. Die Kugel landet vor die Füße von Stephane Chapuisat, der sich in den Strafraum durchdribbelt und wie aus dem Nichts den einzigen Treffer des Abends erzielt. Nur vier Tage später gastieren die „Löwen" im Inönü-Stadion bei Besiktas. Korkmaz sitzt diesmal auf der Bank und wird in der 60. Minute eingewechselt. Der Hintermannschaft von Galatasaray passiert unter seiner Regie erneut ein Fehler und Daniel Amokachi erzielt das zwischenzeitliche 2:0 für die Gastgeber.

Unberechtigte Kritik auf sozialen Medien

Wieso ich das erzähle? Man kann von Glück reden, dass zu diesem Zeitpunkt kein Twitter existierte. Weder Korkmaz, noch Fatih Terim hätten dann vermutlich zu Vereinslegenden avancieren können, geschweige denn den UEFA-Cup gewonnen. In den letzten Jahren hat sich in den sozialen Medien eine Masse von Fußballanhängern gebildet, die nur noch da ist, um die eigenen Spieler und Trainer als Buhmänner hinzustellen. Oft liest man hirnverbrannte Äußerungen wie „oh man, Latovlevici wieder in der Startelf. Ich schaue mir das Spiel nicht an," oder „Tudor spielt mit einem Doppelsturm und muss heute noch gefeuert werden." Es geht auch nicht mehr darum, dass das Team siegen soll. Diese vermeintlichen Taktikexperten, die mehr Ahnung über den Fußball haben als jeder andere auf diesem Planeten, wollen am Ende des Tages Recht behalten und ihre Prognosen nach den 90 Minuten retweeten können: „Ich hatte es doch gesagt!".

Bestimmende Wirkung auf Mannschaftsbosse

Vor allem darf der Einfluss dieser Leute auf die Vereinsleitung nicht unterschätzt werden. Das belegen die Statistiken. Zwischen 1959 und 2008 waren insgesamt 33 verschiedene Trainer bei den „Löwen" tätig. In den letzten neun Jahren sind wir schon bei 13. Was ist mit der ewigen Liebe und Treue zum Verein? Gibt es eine andere Liga auf dieser Erde, bei welcher man die eigenen Spieler im eigenen Stadion während einer Führung auspfeift? Die Fankultur in der Türkei wird immer mehr zerstört und nimmt absurde Ausmaße an. Nun fordert diese Gemeinschaft auch langsam aber sicher den Rücktritt von Galatasaray-Trainer Igor Tudor, sollte er am Wochenende gegen Besiktas in der Vodafone-Arena (!) nicht gewinnen. Wieso sollte man die Saison nicht mit ihm abschließen? Diese Mannschaft ist doch trotz der Derby-Phobie Tabellenführer. Jeder weiß, dass es die Konstanz ist, die dem türkischen Fußball fehlt. Man kann nicht in jeder Staffel die Hauptfiguren einer Serie austauschen. Im schlimmsten Fall wird man halt kein Meister. Das ist kein Beinbruch: Im Mai endet die Liga, man kann sich für einige Wochen im Umfeld mit der gewonnenen Meisterschaft ins Fäustchen lachen, machst ein Autokorso, betrinkst dich und in drei Wochen geht es schon weiter mit der Vorbereitung auf die neue Saison. Mein Appell geht an die Galatasaray-Fans: Lasst Tudor ein für alle Mal in Ruhe! 


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