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Samstag, der 12. August 2017

Beşiktaş überzeugt, die Konkurrenz schwächelt

Beşiktaş ist nun der wirtschaftlich stärkste Verein der Süper Lig. Der türkische Meister überholte erstmals Fenerbahçe und Galatasaray. Und auch bei Trabzonspor tut sich einiges. GazeteFutbol blickt auf die Bilanzen.

Von Tarik DEDE

Immer zwischen Ende Juli und Anfang August wird es spannend. Dann legen die vier türkischen Topvereine Beşiktaş, Fenerbahçe, Galatasaray und Trabzonspor ihre Jahresbilanzen vor. Dazu sind sie als börsennotiertes Unternehmen verpflichtet. Das Geschäftsjahr der Klubs endet am 31. Mai eines Jahres. Nun liegen die Ergebnisse vor und sie bergen eine Neuheit. Erstmals ist Beşiktaş der umsatzstärkste Klub des Landes. Die "Adler" nahmen 533,8 Millionen Lira im vergangenen Geschäftsjahr ein und lagen damit erstmals vor der Konkurrenz.

Umsätze Top-4 (2016/17)

Beşiktaş: 533,8 Mio. TL  (+64%) 
Fenerbahçe: 438,4 Mio. TL (-8%)
Galatasaray: 349,0 Mio. TL (-31%)
Trabzonspor: 158,2 Mio. TL (+80%)

Beşiktaş: Erstmals seit 13 Jahren ein Gewinn

Dabei spielten mehrere Faktoren eine Rolle. So konnten die Schwarz-Weißen ihren Umsatz um satte 64 Prozent erhöhen. Die Spieltagseinnahmen alleine stiegen von 48 auf 70 Millionen Lira, die TV-Einnahmen sogar um 55 Prozent auf 254,2 Millionen Lira. Den größten Sprung machten dabei die UEFA-Erträge aus, sie betrugen 145,4 Millionen Lira, also 34,7 Millionen Euro. Dabei profitierte man davon, dass Qualifikant Başakşehir nicht in die Gruppenphase der Königsklasse einzog. Dann müsste der TV-Pool aufgeteilt werden. Und auch diese Saison sieht es gut aus, denn Başakşehir hat in den Playoffs mit dem FC Sevilla ein Hammerlos gezogen. Auf der Gewinnseite hat der Meister zudem eine 13-jährige Verlustperiode beendet. Erstmals seit der Saison 2004 erwirtschaftete man einen Nettoüberschuss, und zwar in Höhe von 4,7 Millionen Lira. Dazu trug auch der Transferüberschuss von 36,7 Millionen Lira bei. Diese Saison könnte das Überstehen der Gruppenphase der Champions League die Einnahmen erhöhen. Daneben konnte Beşiktaş einen Kredit über 95 Millionen Lira zu günstigeren Konditionen bei dem Duo Denizbank/Ziraat Bank prolongieren. Das spart Zinsen. Oben drauf dürfte sich BJK auch höhere Einnahmen durch den Trikotverkauf erhoffen, hat man doch erstmals das Jersey mit den drei Sternen auf den Markt gebracht. Der wirtschaftliche Erfolg hat sich übrigens schon im Vorfeld an der Börse niedergeschlagen. Dort ist Beşiktaş seit Februar (erstmals) mehr Wert als Fenerbahçe und Galatasaray. Um die Einnahmen generell weiter steigern zu können, will Präsident Fikret Orman nun das Asienbusiness ausbauen. Dazu muss man aber sportlich punkten, insbesondere in der Champions League.

Fenerbahçe: Zuschauereinnahmen sinken drastisch

Bei Fenerbahçe musste man einige Rückschläge hinnehmen. So sank der Umsatz um 8 Prozent auf 438,4 Millionen Lira. Das hat verschiedene Gründe, auffällig ist aber insbesondere der Rückgang bei den Spielstagseinnahmen um rund ein Drittel auf 68 Millionen Lira. Viel zu oft besuchten nur wenige Fans die Spiele des 19-fachen Meisters. Zudem wurde durch Transfers weniger eingenommen. Auffällig ist aber, dass die Kanariengelben mit 286,4 Millionen Lira den teuersten Kader hatten. Die Kaderkosten dürften angesichts der jüngsten Transfers weiter steigen. Insgesamt verbuchte Fenerbahçe zudem einen größeren Verlust, der stieg um rund ein Viertel auf 146,7 Millionen Lira. Laut Vereinsangaben erfüllt man damit aber die Auflagen der UEFA. Nächste Saison muss man aber ein ausgeglichenes Ergebnis vorweisen. Ansonsten drohen Strafen von Seiten des Kontinentalverbands. Eine Sperre dürfte es aber nur im Extremfall geben. Zumal es spannend sein wird, wie die UEFA mit dem Fall PSG umgeht. Nach der Verpflichtung von Neymar müsste die UEFA eigentlich hart durchgreifen. Die Pariser werden nämlich definitiv mal wieder gegen die Financial Fairplay-Vorgaben verstoßen. Tun sie das, könnte Fenerbahçe auch Schlimmes drohen. Wenn die UEFA aber nicht hart durchgreift, können die türkischen Vereine mit dem Finger Richtung Frankreich zeigen. Eine Sperre wäre dann quasi ausgeschlossen. Dennoch pokert Präsident Aziz Yıldırım hoch. Zum einen setzt er darauf, dass die Fans wieder in Scharen ins Stadion kommen. Zum anderen peilt er mit den aktuellen Verstärkungen die Meisterschaft an und würde sich damit in der Folgesaison die Einnahmen aus der Champions League sichern. Doch auch die Europa League ist nicht zu unterschätzen. Kommt man wie 2012/13 sehr weit, steigen die Einnahmen inklusive Prämien und Tickets um einen zweistelligen Millionen Euro-Betrag.

Kaderkosten 2016/17

Beşiktaş: 258,5 Mio. Lira
Fenerbahçe: 286,4 Mio. Lira
Galatasaray: 243,3 Mio. Lira
Trabzonspor: 144,2 Mio. Lira

Galatasaray geht volles Risiko

Mehr als 900 Millionen Lira wird Galatasaray durch den Verkauf von Grundstücken einnehmen. Allerdings nicht sofort, sondern verteilt über mehrere Jahre. Die kommenden Einnahmen investiert Klub-Boss Dursun Özbek bereits jetzt in den Kader und hat zahlreiche namhafte und teure Transfers getätigt. Özbek verkauft also das Tafelsilber und nimmt dann einen Kredit auf die Zukunft auf. Gesundes Wirtschaften sieht anders aus. Und auch der Jahresabschluss der "Löwen" könnte eine Kur gebrauchen. So stieg der Verlust auf rekordverdächtige 295,5 Millionen Lira. Die Einnahmen brachen dagegen um ein Drittel auf 349 Millionen Lira ein. Der Hauptgrund war die Sperre im Europapokal. Da man gegen Östersund in dieser Saison bereits in der Qualifikation ausgeschieden ist, wird sich daran nichts verbessern. Hinzu kommt, dass auch die Zuschauereinnahmen und das Merchandising starke Rückgänge zu verbuchen hatten. Mit dem neuen Kader hofft Özbek, die Fans zurück ins Stadion zu locken und setzt wie Yıldırım auf den Ligasieg. Nur dann könnte man mit Rückenwind in die Folgesaison gehen. Der wirtschaftliche Druck auf den Klub ist jedenfalls enorm. Wenn nun die Einnahmen aus den Grundstücksverkäufen langsam fließen, muss Özbek anfangen, Schulden zurückzuzahlen. Bleibt aber der sportliche Erfolg aus, könnte er wie einst İbrahim Hacıosmanoğlu bei Trabzonspor als Totengräber in die Vereinsgeschichte eingehen. Özbek jedenfalls scheint „All-In“ zu gehen. Er oder Aziz Yıldırım werden am Saisonende ein großes Problem haben. Denn nur ein Team kann Meister werden. Sollte sich aber jemand anderes den Titel sichern, können eigentlich beide Präsidenten ihre Sachen packen.

Gewinne/Verluste vor Steuern (Geschäftsjahr 2016/17)

Beşiktaş: +7,2 (Vj.: -57,8) Mio. Lira
Fenerbahçe: -146,7 (Vj.: -116,7) Mio. Lira
Galatasaray: -295,5 (Vj.: -76,0) Mio. Lira
Trabzonspor: -146,8 (Vj.: -185,5 Mio. TL

Trabzonspor trickst sich gesund

Um 80 Prozent hat Trabzonspor seine Einnahmen im abgelaufenen Geschäftsjahr gesteigert. Das klingt nach einem Erfolg! Doch dahinter steckt im Prinzip ein Trick. Durch den vorzeitigen Verkauf von Namensrechten über eine Tochtergesellschaft konnte man dieses große Plus ausweisen. Echtes Geld ist da nicht geflossen, insofern handelt es sich um einen gewieften Bilanztrick. Deutlich wird das am Vorsteuerverlust, der nur leicht auf -146,8 Millionen Lira gesunken ist. Aktuell setzt das Präsidium um Muharrem Usta voll auf den Titelgewinn im 50. Gründungsjahr. Die Gehaltskosten sind geradezu auf mehr als 110 Millionen Lira explodiert. Damit könnte der Klub auch Probleme mit der UEFA bekommen, wenn man sich für das internationale Geschäft qualifiziert. Denn laut Auflagen dürfen die Kaderkosten nur maximal 70 Millionen Lira betragen. Auch deshalb arbeitet man derzeit an dem Verkauf von Spielern. Onazis Wechsel nach England dürfte nur der Anfang gewesen sein.

Schuldenlage weiter dramatisch

Dramatisch bleibt die Schuldenlage bei allen vier Topvereinen. Zusammen kommen sie auf einen Schuldenberg von 4,25 Milliarden Lira per Ende Mai. Das sind immerhin 1 Milliarde Euro. Bei Beşiktaş und Fenerbahçe ist die Lage nicht ganz so dramatisch, hat man doch eigene Stadien und noch die beste Bilanz. Galatasaray muss mit den Einnahmen aus dem Grundstücksverkauf nun Schulden zurückzahlen. Trabzonspor wiederum setzt voll auf sportliche Erfolge und die Rückkehr der Fans ins neue Stadion. Andernfalls droht hier im besten Fall eine Kapitalerhöhung, im schlechtesten Fall ein Lizenzproblem. Generell sollte man davon ausgehen, dass alle vier Vereine ein bisschen an ihren Zahlen tricksen. Aufgrund von etlichen Tochtergesellschaften können Einnahmen und Ausgaben bis zu einem bestimmten Grad hin- und hergeschoben werden. Mit Blick auf die Vorgaben der UEFA im Rahmen des Financial Fairplay dürften die Vorstände diese Möglichkeiten in dieser Saison noch ein wenig mehr nutzen.

 

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