Username:
Passwort:
angemeldet bleiben

>> Passwort vergessen?
>> Registrierung
>> Registrierung
Aktuelle Newsdiskussionen
show news
Basaksehir blamiert Galatasaray
von UltrAslan23 am 19.11.2017 03:53
Inler: "Wir schlagen Galatasaray"
von BullevomBosporus am 18.11.2017 20:21
BJK: Schuldenberg bedenklich
von BullevomBosporus am 18.11.2017 20:13
Fenerbahçe: Kocaman-Yıldırım-Gipfel
von SariKanarya1907 am 18.11.2017 19:47
Riza Calimbay fordert drei Punkte
von thefoxxes am 18.11.2017 16:22
gazetefutbol
mediasportsnetwork
|
|
|
Tabelle & SpieltagTorjäger
Mittwoch, der 13. September 2017

Die Transferbilanz des Sommers

Knapp 100 Millionen Euro haben die türkischen Erstligisten in diesem Transfersommer investiert. Die "Königtransfers" kommen größtenteils aus Istanbul, Trabzon - und Antalya!

Seit letzten Freitag ist auch das türkische Transferfenster geschlossen. 350 neue Spieler holten die 18 Erstligisten, gaben für vergleichsweise bekannte Namen allerdings insgesamt „nur" knapp 100 Mio. Euro aus. Natürlich profitierten die Vereine vom späteren Transferschluss, konnten so noch Spieler an Land ziehen, die bei ihren vorherigen Klubs aufs Abstellgleis geraten waren und dringend einen neuen Arbeitgeber suchten. Das gilt unter anderem für Fenerbahce-Neuzugang Vincent Janssen (23), der bei Ex-Klub Tottenham nicht für die Champions League gemeldet worden war, oder Türkei-Rückkehrer José Sosa. Der 32-jährige Ex-Münchner hatte beim AC Mailand kaum noch Chancen auf Einsätze und schloss sich daher am türkischen Deadline Day Trabzonspor an.

Doch bereits in den vorherigen Wochen zeigten sich die türkischen Klubs hinsichtlich Neuerwerbungen aus dem Ausland sehr aktiv. Transfermarkt blickt zurück auf den türkischen Transfersommer und geht dabei der Frage nach, warum viele Neuzugänge in Zeiten explodierender Ablösesummen für relativ kleine Beträge in die Süper Lig wechselten.

„Grundsätzlich gilt nicht nur für die vergangene Woche: Türkische Vereine holen oft Spieler, die bei ihren vorherigen Klubs nicht mehr zum Zuge kommen oder entbehrlich sind. Meist sind es auch eher ältere Spieler und nicht die auf dem internationalen Markt so begehrten Top-Talente. Da ist es nicht allzu überraschend, dass die Ablösesummen oft unter dem Marktwert liegen", erklärt Gökhan Yagmur, TM-Area-Manager Türkei.

Aber es gibt auch Ausnahmen, die bei jedem Verein unterschiedliche Gründe haben. Zum Beispiel Besiktas: Der amtierende türkische Meister lockte Alt-Stars wie den langjährigen Real-Verteidiger Pepe (34) oder Angreifer Álvaro Negredo (32) mit hohen Gehältern und lieh Jeremain Lens (30) vom AFC Sunderland aus, überraschte aber auch mit der Verpflichtung von Gary Medel (30). Der langjährige Stammspieler von Inter Mailand kostete lediglich 2,5 Millionen Euro Ablöse.

„Bei Medel wurde einfach auch sehr gut verhandelt. Ohnehin sieht die Vorgabe von Besiktas-Präsident Fikret Orman vor, Spieler so günstig wie möglich zu holen. Anders als in vergangenen Zeiten versucht man nun mit guter Überzeugungsarbeit und der Marketingstrategie des Vereins Neuzugänge zu locken. Wie das konkret aussieht, ist letztlich aber das Geheimnis von Vize-Präsident Umut Güner, der u.a. für die Transfers zuständig ist", so Yagmur.

Vor allem aus finanzieller Sicht wurde unter Ormans Vorgänger Yildirim Demirören noch ganz anders agiert. In dessen Amtszeit (2004 bis 2012) gaben „die Adler" im Schnitt 14,5 Mio. Euro pro Saison für neue Spieler aus, seither verringerte sich der Durchschnittswert trotz weltweit insgesamt steigender Ablösesummen auf immerhin 11,5 Mio. Euro.

„Anders sieht das bei Fenerbahce aus. Es ist kein Geheimnis, dass Präsident Aziz Yildirim immer wieder Geld in die Mannschaft steckt. Das gilt aber auch für andere finanziell gut aufgestellte Vereinsmitglieder, die auf Druck des Präsidenten ebenfalls in den Verein investieren", beschreibt Area-Manager Yagmur die Lage beim zweiten Spitzenklub aus Istanbul.

Mit Ausgaben von 17 Mio. Euro blieben aber auch die diesjährigen Transferausgaben Feners weit hinter den Investitionen vergangener Jahre zurück. Noch vor zwei Jahren verbuchte der Verein mit rund 43 Mio. Euro, die in neue Spieler flossen, persönliche Rekordausgaben. Teuerster Neuzugang in diesem Sommer war der Brasilianer Giuliano (27), der für 7 Mio. Euro von Zenit St. Petersburg kam. Die übrigen Neuzugänge Roberto Soldado (32), Nabil Dirar (31) und Mathieu Valbuena (32) kosteten zusammen weitere 10 Mio. Euro. „Die hohen Investitionen der vergangenen Jahre brachten nicht den erhofften sportlichen Erfolg. Hinzu kommt das Financial Fairplay (FFP) der UEFA, das beachtet werden muss. Die eher älteren Neuzugänge wurden daher vor allem mit hohen Gehältern gelockt", erklärt Yagmur.

Gegen den Trend agierte man bei Galatasaray Istanbul, das fast 40 Millionen Euro in Neuzugänge investierte und damit ordentlich ins Risiko ging. „Aus dem Europapokal ist Gala bereits raus, weshalb man das FFP ignorieren konnte. Aber klar ist auch, dass jetzt Erfolge her müssen. Refinanziert werden sollen die Transferausgaben schließlich auch durch eine mögliche Meisterprämie, Stadion- und Trikoteinnahmen. Wenn Galatasaray nicht mindestens die CL-Qualifikation schafft, könnte man von der UEFA wegen zu hoher Ausgaben für mehrere Jahre vom internationalen Wettbewerb ausgeschlossen werden", warnt Area-Manager Yagmur.

Die Namen der neuen Spieler klingen allerdings vielversprechend: Younès Belhanda (27, für 8 Mio. von Dynamo Kiew), Badou Ndiaye (26, für 7,5 Mio. von Osmanlispor) oder Maicon (28, für 7 Mio. vom FC Sao Paulo) kamen jedoch im Gegensatz zu vielen anderen Süper Lig-Zugängen auch für marktwertgerechte Ablösesummen. Als echte „Schnäppchen" könnten sich derweil Fernando (30), Sofiane Feghouli (27), Mariano (31) oder Bafétimbi Gomis (31) entpuppen, die teils weit unter Marktwert an den Bosporus gelockt wurden.

Eine komplett neue Strategie verfolgte Trabzonspor in diesem Sommer, wie Türkei-Experte Yagmur erklärt: „Der Fokus lag darauf, den Kader zusammenzuhalten und nur durch punktuelle Neuzugänge zu ergänzen. Das Transfer-Minus von rund 9 Mio. Euro erscheint auch daher verkraftbar, weil man international nicht dabei ist, das Financial Fairplay also kaum relevant ist."

Neben dem eingangs erwähnten Sosa holte der Klub von der Schwarzmeerküste aus dem Ausland Juraj Kucka (30) für 5 Mio. Euro vom AC Mailand und Rückkehrer Burak Yilmaz (32) für 3,5 Mio. Euro von Beijing Guoan. Zudem wurden Theo Bongonda (21) und Tomas Hubocan (31) von Celta Vigo bzw. Olympique Marseille ausgeliehen.

Kerim Frei (23), Gaël Clichy (32) und Eljero Elia (30) sind wohl die bekanntesten Namen, die der letztjährige Überraschungszweite Medipol Basaksehir aus dem Ausland verpflichtete. Während Clichy ablösefrei von Manchester City kam, bezahlte der Verein für Frei und Elia aufaddiert lediglich 2,6 Mio. Euro Ablöse. „Vor allem bei Elia, der immerhin mit Feyenoord in der Champions League antreten hätte können, wurde sehr gut verhandelt", sagt Area-Manager Yagmur hinsichtlich der Transfers von Basaksehir. „Eine Rolle dürfte bei der Überzeugungsarbeit auch das „Gesamtprojekt" des Vereins gespielt haben. Geld ist dank der engen Verbindungen zur Regierungspartei AKP und dem damit zusammenhängenden Engagement der Krankenhauskette Medipol vorhanden. Statt in hohe Ablösesummen wurde es zuletzt aber - neben den Gehältern für die Neuzugänge - vor allem in die Infrastruktur investiert. Inzwischen kein zu vernachlässigender Faktor", meint Yagmur weiter.

Große Namen haben dank Samuel Eto`o (36) seit einiger Zeit auch bei Antalyaspor fast schon Tradition. Zwar sitzt das Geld nicht mehr so locker wie unter Ex-Präsident Gültekin Gencer, die Neuzugänge Jérémy Ménez (30) oder Johan Djourou (30) kann man dennoch nicht als Selbstverständlichkeit für einen Verein bezeichnen, der in der vergangenen Saison mit Platz fünf eines der besten Resultate der Vereinsgeschichte einfuhr.

Königstransfer von Antalya, vielleicht sogar der gesamten Süper Lig, ist aber sicherlich Samir Nasri, der gerade mal 3,5 Mio. Euro Ablöse gekostet haben soll. Der 30-Jährige ist so etwas wie das Paradesbeispiel dafür, warum Spieler mit großen Namen unter Marktwert in die Türkei wechseln. Sein Jahresgehalt liegt bei üppigen 4 Mio. Euro, zudem war seine Stellung auf dem internationalen Markt nach seiner Ausmusterung bei ManCity und durchwachsenen Leistungen bei Leih-Klub Sevilla nicht die allerbeste. Die Engländer suchten lange Zeit nach einem Abnehmer für Nasri, der sich zudem wegen einer in den USA erhaltenen Vitaminspritze Dopingvorwürfen ausgesetzt sah. Antalya nahm das Risiko einer zukünftigen Sperre in Kauf und hofft darauf, seine Gehaltsausgaben abseits des Platzes durch Marketingeinnahmen wieder einzuspielen.

Darauf liegen auch bei anderen Vereinen viele Hoffnungen. In einem fußballverrückten Land wie die Türkei steigen die Trikotverkäufe bei jedem Neuzugang mit klangvollem Namen. Und auch über die Landesgrenzen hinaus hegen einige Klubs aus der Süper Lig große Marketingpläne. Meister Besiktas etwa, will die Marke BJK in der nächsten Zeit auch auf dem finanziell attraktiven asiatischen Markt bekannter machen.

Autor: Christian Schwarz, Quelle: www.transfermarkt.de

Link: https://www.transfermarkt.de/transferbilanz-turkei-bekannte-namen-fur-vergleichsweise-niedrige-ablosen/view/news/287561


GazeteFutbol.de

Impressum | Kontakt | Datenschutzerklärung | Nutzungsbedingungen | Newsarchiv | Werben auf Gazetefutbol