Username:
Passwort:
angemeldet bleiben

>> Passwort vergessen?
>> Registrierung
>> Registrierung
Aktuelle Newsdiskussionen
show news
FB: Ekici fällt wochenlang aus
von Efsane1907 am 23.10.2018 00:03
Besiktas verliert 0:2 gegen Göztepe
von fenerlinusret am 22.10.2018 23:07
Cocu: „Auf dem richtigen Weg!″
von Efsane1907 am 22.10.2018 09:49
Ljajic: „Ich wollte nur Besiktas!″
von Türkcü1903 am 21.10.2018 19:27
Fenerbahce auch in Sivas ohne Sieg
von Efsane1907 am 21.10.2018 13:39
gazetefutbol
mediasportsnetwork
|
|
|
Tabelle & SpieltagTorjäger
Freitag, der 05. Januar 2018

Schulden: Sind die Topklubs noch zu retten?

Der neue Schulden-Rekordwert im türkischen Fußball zeigt, wie sehr man wirtschaftlich ums Überleben kämpft. Trotz Europapokal und Spielerverkäufen - bei den Top-Teams der Süper Lig brennt der Baum lichterloh!

Von Tarik DEDE

Die vier türkischen Topvereine Beşiktaş, Fenerbahçe, Galatasaray und Trabzonspor stehen inzwischen alle unter der Aufsicht der UEFA und müssen Auflagen nach den Vorgaben des Financial Fairplay (FFP) erfüllen. Trotz einer gewissen Zurückhaltung bei den Ausgaben kommt aber keiner der Klubs bei der Entschuldung so richtig voran. Wie aktuelle Zahlen nach den jüngsten Mitgliederversammlungen und den KAP-Meldungen zeigen, summieren sich die Verbindlichkeiten der „dört büyük" inzwischen auf mehr als 7 Milliarden Lira. Das ist ein neuer Rekordwert im türkischen Fußball und zeigt, dass man wirtschaftlich weiter ums Überleben kämpft.

7 Mrd. Lira Schulden!

Zusammen kommen die vier türkischen Topvereine damit auf einen Schuldenberg von 7,2 Milliarden Lira. Das sind umgerechnet rund 1,58 Milliarden Euro. Nun mag man einwenden, dass die Klubs sich inzwischen zusammenreißen oder beispielsweise Grundstücke verkaufen, um Schulden abzubauen. Doch im Zeitvergleich zeigt sich keine Veränderung. Denn zusammen haben die vier ihren Schuldenberg seit dem Jahr 2012 mehr als verdreifacht. Damals kamen sie kumuliert auf 2,06 Milliarden TL an Verbindlichkeiten. Besonders stark ist die Veränderung bei Trabzonspor, denn da stieg der Schuldenberg seither um 432,8 Prozent an. Bei Beşiktaş (+222%), Fenerbahçe (+209%) und Galatasaray (+254%) sieht es aber auch nicht gut aus.

Ursachenforschung

Ein Grund ist sicher die türkische Lira, die massiv abgewertet hat in diesem Zeitraum. Noch 2012 gab es für einen Euro etwa 2,50 Lira. Seither ist der Euro bis auf rund 4,50 Lira gestiegen. Das hat starke Auswirkungen auf die Vereine, denn gezahlt werden Gehälter - die Hauptkosten aller Klubs - in Euro oder Dollar. Die Einnahmen fallen abgesehen von den TV-Rechten (in $) und den UEFA-Prämien (in €) in Lira an. Hinzu kommt die enorme Schuldenlast, die schon 2012 vorlag. Fikret Orman wies nicht ohne Grund darauf hin, dass es die Zinslast ist, die es Beşiktaş nicht erlaube, trotz sportlicher und wirtschaftlicher Erfolge die Schulden abzubauen. Ganz ähnlich ist die Situation bei den anderen Klubs. Denn: Obwohl die Vereine die Schulden in Lira ausweisen, handelt es sich dabei zum allergrößten Teil um Dollarkredite. Und der US-Dollar hat sich ähnlich stark wie der Euro entwickelt. Steigt der Greenback gegenüber der Lira, steigen auch die Schulden und Zinskosten der Klubs. Die Aussichten werden übrigens nicht besser. In den USA wird mit drei Zinserhöhungen in diesem Jahr gerechnet. Das macht den US-Dollar gegenüber der Lira weiter attraktiv und könnte für eine anhaltende Abwertung sorgen. Die Devisenanalysten der Commerzbank rechnen damit, dass Euro und Dollar gegenüber der Lira weiter aufwerten.

Kein Ausweg? Oder doch?

Doch die Lira-Entwicklung können die Vereine nicht beeinflussen, sie müssen sie als gottgegeben hinnehmen. Gibt es einen Ausweg für die Vereine? Oder muss bald einer der „dört büyük" Insolvenz anmelden? Als börsennotierte Klubs können alle vier Kapitalerhöhungen durchführen. Dabei werden neue Aktien ausgegeben, mit den Einnahmen könnte man dann die Schulden abbauen. Doch es dürften sich nur wenige Investoren finden, die bei solch einer Kapitalerhöhung mitmachen. Fußballaktien sind nur etwas für hartgesottene und/oder zu gut betuchte Fans.

Tosun-Deal als Ansporn?

Der zweite Weg ist möglicherweise der von Beşiktaş. Die Teilnahmen an der Champions League ermöglichen es den Adlern, ihre Verbindlichkeiten wenigstens einigermaßen in Grenzen zu halten. Allerdings können maximal nur zwei türkische Vereine an der Champions League teilnehmen. Spielerverkäufe wie der von Cenk Tosun kommen dazu. Dennoch gibt es hartnäckig Gerüchte, dass der Klub die laufenden Kosten gerade so decken kann. Wir halten diese Spekulationen für richtig. Und auch ein Cenk Tosun wächst nicht gerade auf jedem Baum. Zumal die Schwarz-Weißen in den vergangenen Jahren mit Demba Ba, Atinc Nukan, Sosa, Ersan Gülüm, Andreas Beck, Kerim Frei und Marcelo insgesamt 46 Millionen Euro durch Transfers eingenommen haben. Trotzdem reichte das nicht, um die Schuldenlast zu reduzieren.

Doch auf die Jugend setzen?

Der Tosun-Deal ist zudem realistisch betrachtet die Ausnahme. Er kam einst ablösefrei von Gaziantepspor zu den Adlern. Inzwischen aber wechseln türkische Talente wie Cengiz Ünder, Çağlar Söyüncü oder ein Enes Ünal direkt ins Ausland ohne den Umweg über die Topvereine. Wer will es ihnen verdenken, denn am Bosporus war selbst ein Tosun jahrelang nur zweite Wahl. Daher müssen die „großen Vier" ihre Talente wohl selbst züchten. Trabzonspor hat mit Yusuf Yazıcı und Abdülkadir Ömür zumindest mal zwei Nachwuchsleute im Team, denen eine große Zukunft vorhergesagt wird. Sie versprechen hohe Transfereinnahmen. Bei den drei anderen Topvereinen sieht es in dieser Hinsicht aktuell eher mau aus. Als Ausbildungsvereine haben diese sich ohnehin noch keinen Namen gemacht. Und ketzerisch gesagt: Der Konkurrenzdruck zwischen den Großklubs ist so groß, dass ohnehin kaum ein Präsident oder Trainer verstärkt auf Talente setzen kann. Es würde denjenigen wahrscheinlich sein Amt kosten! Und so müssen die Finanzleute der Topvereine weiterhin den Spagat üben: Irgendwie wirtschaftlich überleben und dennoch in jedem Sommer den Fans neue Stars präsentieren! Da ist türkisches Improvisationstalent gefragt. 


GazeteFutbol.de

Impressum | Kontakt | Datenschutzerklärung | Nutzungsbedingungen | Newsarchiv | Werben auf Gazetefutbol