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Sonntag, der 29. Januar 2017

Emre Colak auf Arda Turans Spuren

Emre Colak wechselte zu Saisonbeginn ablösefrei vom türkischen Rekordmeister Galatasaray zum spanischen Erstligisten Deportivo La Coruna. GazeteFutbol blickt auf seinen Werdegang und schaut, wie er sich in der Primera Division bisher schlägt.

Von Burak ARAS

Emre Colak wechselte im Jahre 2004 von Atisalanlispor in die Jugendabteilung der "Löwen". Zuvor trainierte Colak bereits bei Besiktas mit, ein Wechsel zum ältesten Sportverein der Türkei scheiterte allerdings. Als Colak mit nur 13 Jahren im Spiel der ersten Mannschaft gegen die A2 von Galatasaray auflief, konnte er trotz einer 0:7-Pleite seiner Mannschaft den damaligen Trainer der A2 Recep Yazici von sich überzeugen. Dieser war so begeistert von den Fähigkeiten des Mittelfeldspielers, dass er alle Hebel in Bewegung setzte, um Colak zu verpflichten. Am Ende transferierten die Gelb-Roten den Spieler im Tausch gegen 20 Jacken und fünf Bällen.

Der Weg zum Profi

In den nächsten Jahren gehörte Colak stets zu den absoluten Leistungsträgern der jeweiligen Juniorenmannschaft Galatasarays und durchlief alle Jugendnationalmannschaften der Türkei. Nach zwei starken Saisons für die A2 von Galatasaray schaffte er es unter dem damaligen Trainer Frank Rijkaard erstmals in den Profikader. Sein Debüt gab er am 17.01.2010 im Alter von 18 Jahren gegen Denizli Belediyespor im türkischen Pokal. Er wurde beim Spielstand von 2:0 eingewechselt und sorgte mit einem Freistoß- sowie einem Elfmetertor für einen spektakulären Auftakt im Profifußball. Im Laufe der Rückrunde sammelte der Spieler weiter wichtige Erfahrungen und kam so in seiner ersten Profisaison auf vier Treffer und eine Vorlage in elf Pflichtspielen. 


Etablierung unter Terim - Stagnation in den Folgejahren

In der Spielzeit 2010/2011 litt auch Colak unter der bisher schlechtesten Saison der Vereinsgeschichte seines Arbeitgebers, als Galatasaray nur den achten Tabellenplatz erreichte. Zwar schaffte es der damals 20-Jährige am Ende auf insgesamt 17 Pflichtspiele (kein Tor, zwei Vorlagen), jedoch beschränkten sich diese weitgehend auf Kurzeinsätze von unter 20 Minuten. Erst zum Ende der Saison durfte er sich über längere Einsätze freuen. Nachdem 2011 mit Fatih Terim der Umbruch bei den Gelb-Roten kam, entwickelte sich Colak im Laufe der Saison zum Leistungsträger und war in der Rückrunde der Meisterschaftssaison 2011/2012 gesetzt. Auch in der Folgesaison war er zunächst unumstrittener Stammspieler und debütierte im Oktober 2012 sogar für die türkische Nationalmannschaft, bekam im Laufe der Rückrunde allerdings deutlich weniger Spielzeit. Nach dem Abgang von Terim bekam das Eigengewächs des türkischen Redkordmeisters dann weder unter Roberto Mancini noch unter Cesare Prandelli wirklich Beachtung und verfiel in ein Loch. Erst nach der Verpflichtung von Hamza Hamzaoglu als Cheftrainer fand er zurück zu alter Stärke und konnte zur Meisterschaft 2015 seinen Beitrag leisten. Doch zur neuen Saison fand der inzwischen 24-Jährige wieder nicht in die Spur. Seit der Saison 2012/2013 machte sich eine Stagnation bemerkbar, Colak entwickelte sich nicht mehr weiter. Nach zwei bis drei guten Spielen folgten genauso schlechte Partien. Arda Turan, der große Stücke auf Colak hielt und als dessen Vorbild gilt, warf seinem Freund Faulheit vor und machte kein Geheimnis daraus, dass er von der Entwicklung des Galatasaray-Eigengewächses enttäuscht sei. Der Spieler war dabei, den typischen Titel des "ewigen Talents" anzunehmen. Auch wenn er unter Jan Olde Riekerink in der vergangenen Spielzeit dann genug Vertrauen bekam und auch überzeugen konnte, sah der Spieler seine Zukunft nicht mehr bei Galatasaray, obwohl der niederländische Coach Colak gerne gehalten hätte.

Wechsel ins Ausland zu Deportivo – Colak präsentiert sich stark

So kam es dazu, dass Emre Colak Galatasaray im Sommer 2016 nach insgesamt zwölf Jahren Richtung Spanien verließ. Wie es aussieht, war dies der richtige Schritt. Die Spielweise des offensiven Mittelfeldspielers, der auch auf den Flügeln eingesetzt werden kann, kommt in Spanien perfekt zur Geltung. Auch an seiner Physis scheint der in Istanbul geborene Spieler gearbeitet zu haben. Der Wechsel hat ihm gut getan, er ist bei Deportivo gesetzt und hat bereits einen neuen persönlichen Rekord gebrochen: Insgesamt zwei Tore sowie sieben Vorlagen steuerte Colak bisher in 16 Ligaspielen bei – mehr Assists als jemals zuvor in einer Saison. Somit war Emre bisher an 36 Prozent der Tore seines abstiegsgefährdeten Klubs direkt beteiligt. Eine starke Bilanz, mit der sich der Mittelfeldspieler wieder in den Fokus von Nationaltrainer Terim gespielt hat. Zwar ist erst die Hälfte der Saison um, jedoch wirkt es so, als würde Colak weiter an sich arbeiten, um einen ebenso steilen Aufstieg wie sein Kollege Arda Turan zu erleben. Im Ausland bahnt sich für ihn eine Entwicklung an, die so in der Türkei wohl nicht mehr möglich gewesen wäre.

Colak als Paradebeispiel für andere Spieler

Sowie es bei Colak der Fall war, gibt es zahlreiche weitere Talente im türkischen Fußball, die bereits im Alter von 13 Jahren von sich sprechen lassen. Die Bezeichnung "türkischer Messi" ist mittlerweile fast schon im inflationären Gebrauch und nicht mehr ernst zu nehmen. Ohne Frage hat die Türkei zahlreiche junge Talente im Land, dennoch finden immer mehr Türken aus dem Ausland ihren Platz in der türkischen Nationalmannschaft. Ein Beweis dafür, dass die Förderung von einheimischen Spielern auf der Strecke bleibt. Die Medien machen oft einen großen Wirbel um Spieler, die noch keine 16 Jahre alt sind. Spieler wie Muhammed Demirci, der mit 13 Jahren einen Wechsel zu Barcelona ausschlug, oder Batuhan Karadeniz, der mit seiner Disziplinlosigkeit sein Talent nicht auf dem Platz entfalten konnte, sind da nur zwei Beispiele. Einerseits setzen die türkischen Top-Klubs weiterhin auf gestandene Spieler, sodass die Einbindung von Jugendspielern auf der Strecke bleibt. So gelingt es vielen Talenten nicht einmal, den ersten Schritt zu meistern, um in der Süper Lig Fuß zu fassen. Der auf den Trainern lastende Druck führt dazu, dass diese keine Risiken und Experimente mit Jugendspielern eingehen können. Viele Spieler, die den ersten Schritt zum Profi dann doch meistern, überkommt häufig Faulheit und Disziplinlosigkeit. Junge Spieler werden von den Medien und teilweise auch eigenen Anhängern nach wenigen schwachen Auftritten stark kritisiert und verunsichert, nach einem starken Spiel wieder bis zum Himmel gelobt. Einen Wechsel ins Ausland möchten einige auch aus finanziellen Gründen nicht antreten. Viele verweilen dann lieber mehrere Spielzeiten ohne richtige Einsätze, statt für weniger Geld im Ausland aufzulaufen. Auch Emre Colak hat bei seinem Wechsel nach Spanien auf Geld verzichten müssen, jedoch tut ihm dies sportlich gut, sodass auch andere Spieler aus der Süper Lig einen Wechsel ins Ausland wagen sollten, um sich weiterzuentwickeln.
Inbesondere die Nationalmannschaft würde davon profitieren, aber auch das Ansehen von türkischen Spielern in Europa würde steigen.


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