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Dienstag, der 02. Mai 2017

GazeteFutbol-Analyse: Was türkischen Trainern fehlt

Wird in der Türkei ein Trainer entlassen, so gibt es kaum noch Alternativen. In den meisten Fällen sind es die immer selben Namen, die den vakanten Posten dann übernehmen. GazeteFutbol mit einer Kolumne über das Trainerproblem der Türkei...

Von Ümit YÜCEL

Die Türkei hat in fußballerischer Hinsicht viele Probleme. Ein großes Problem jedoch wird den türkischen Fußball langfristig Sorgen bereiten: Es rücken keine guten Trainer mehr nach. Schaut man sich die Liga an, merkt man, dass im Trainerkarussell immer die gleichen Personen kreisen. Mesut Bakkal, Riza Calimbay, Yilmaz Vural, Tolunay Kafkas, Samet Aybaba, Hikmet Karaman, Kemal Özdes oder Mutlu Topcu. Sieht man zum Beispiel in die Bundeliga, kann man erkennen, dass die Teams auf junge und ehrgeizige Trainer setzen. Julian Nagelsmann, Markus Weinzierl, Manuel Baum oder Alex Nouri sind nur wenige von vielen. Wo liegen die Probleme von türkischen Trainern?

Problem 1: Keine Fremdsprachenkenntnisse

Bis auf wenige Ausnahmen beherrscht in der Süper Lig kein Trainer die englische Sprache. Was im Normalfall ein Muss sein sollte, ist in der Türkei kaum möglich. Der Bildungsstand vieler Trainer befindet sich (bei allem Respekt!) im unteren Bildungsniveau. Jose Mourinho (Manchester United) und Jürgen Klopp (FC Liverpool) haben beide einen Diplomabschluss in Sportwissenschaften. Es gehört sicherlich mehr dazu, als nur Bildung und Fremdsprache zu beherrschen, um ein guter und erfolgreicher Trainer zu sein, jedoch sind dies wichtige Faktoren, um mit Spielern einen professionellen Umgang sicherstellen zu können.

Problem 2: Mangelnde Bereitschaft, sich weiter zu entwickeln

Erfolgreiche Trainer haben stets den Drang sich weiterzuentwickeln. Matthias Sammer hat bei Arsenal-Legende Arsene Wenger ein vierwöchiges Praktikum absolviert. Andre Villas Boas hatte nach seiner sehr erfolgreichen Zeit beim FC Porto ebenfalls ein vierwöchiges Praktikum bei Landsmann Mourinho absolviert. Die Bereitschaft, von den besten Trainern der Welt lernen zu können, ist bei vielen Trainern sehr hoch. Anders allerdings beim Großteil der Süper Lig-Trainer. Der Gedanke „Wir sind Türken, wir können es" ist immer noch viel zu weit verbreitet. Nationaltrainer Fatih Terim hatte eine Tagung organisiert, in der Trainerlegende Fabio Capello einen Vortrag halten sollte. Die Anwesenheit von Süper Lig- und PTT 1. Lig-Trainern war so dürftig, dass sich Terim im Anschluss bei Capello entschuldigen musste...

Problem 3: Fehlende Kenntnisse im taktischen Bereich

Bei fast keinem Süper Lig-Verein kann man eine Struktur im Spiel erkennen. Ausnahmen bilden Meister Besiktas (unter Senol Günes) und Überraschungsmannschaft Medipol Basaksehir (unter Abdullah Avci), gelegentlich auch bei Trabzonspor (unter Ersun Yanal). Meistens verlassen sich die Klubs und ihre Trainer auf die individuelle Klasse einzelner Akteure. Besonders, wenn türkische Teams in europäischen Wettbewerben auf andere Teams treffen, werden die taktischen Defizite enorm erkennbar. Dies ist nicht nur auf die schlechte Jugendarbeit der Türken zurückzuführen, sondern auch auf die mangelhafte Trainer-Arbeit zur Vorbereitung. Mittlerweile versuchen Trainer verschiedene Wege zu finden, um anderen Teams einen Schritt voraus zu sein. Antonio Conte spielt mit dem FC Chelsea eine überragende Saison. Es ist nicht nur der Unterschied, den seine Stars wie Eden Hazard oder Diego Costa machen, sondern auch ein System, dass in der Premier League von keinem anderen Verein gespielt werden kann. Conte lässt sein Team in einem für die Gegner ungewohnten 3-4-3 agieren. Conte hat sich selbst übertroffen, denn mit Juventus Turin und der italienischen Nationalmannschaft war er in den meisten Spielen mit einem 4-5-1 unterwegs.

Problem 4: Fehlendes Vertrauen in junge Trainertalente

Es gibt auch Trainer in der Türkei, die durchaus das Zeug dazu haben, ein Top-Trainer zu werden. Avci hat es mit Medipol Basaksehir vorgemacht. Der ehemalige türkische Nationaltrainer hat bewiesen, dass man mit einem System und viel Arbeit um die Meisterschaft spielen kann. Auch Yanal ist dafür bekannt, mit System und Taktik zu arbeiten. Das bewies er spätestens bei Fenerbahce (Meister 2014) und aktuell mit Trabzonspor.

Fazit: Unsere Trainer müssen unbedingt über den Tellerrand hinausschauen, offen für Erneuerungen und lernbegierig sein. Auch der türkische Fußballverband muss hier ein Zeichen setzen und mehrere Tagungen und Seminare für Trainer festlegen. Für eine Trainerlegende wie Capello müssen türkische Trainer eigentlich zwei offene Ohren haben. Der Großteil der Trainer zeigt kein gutes Bild von sich. Trainer wie Terim, Avci, Yanal oder Mustafa Resit Akcay (ehemals Osmanlispor) machen es vor. Nun sollte sich die jüngere Generation ein Beispiel nehmen.


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