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Samstag, der 10. Juni 2017

MEINE MEINUNG!

Und wieder gab es einen Skandal um die türkische Nationalmannschaft. Nun war es nicht das schwache Spiel gegen Mazedonien, sondern der Kapitän der Türkei selbst, der für Unruhe sorgte. 

Von Ümit YÜCEL

Die Skandale um die Nationalmannschaft der Türkei mögen einfach nicht abreißen. Mittlerweile sind es die türkischen Fußballfans gewohnt, mehr Tumulte und Skandale anstatt die guten Leistungen ihrer „Milli Takim" zu sehen. GazeteFutbol-Redakteur Ümit Yücel macht sich auf die Suche nach den Ursachen und gibt Lösungsansätze.

Schluss mit den Intrigen und Machtkämpfen

Die Nationalmannschaft ist ein besonderer Ort. Ein Ort, an dem Fußballer stolz für ihr Land spielen können. Wir gehen zurück ins Jahr 2002. Wenn wir uns die Generation um Hakan SükürBülent KorkmazIlhan Mansiz oder Rüstü Recber anschauen, dann fällt vor allem eines auf: Die Nationalmannschaft kommt über alles und jeden. Was wir mittlerweile jedoch zu sehen bekommen, sind Intrigen, Machtkämpfe sowie Revolten gegenüber Trainer und Trainerteam! Arda Turan ist ohne jeden Zweifel der wichtigste Spieler, welcher der türkische Fußball derzeit zu bieten hat. Auch wenn er nur ein Reservist ist, so muss es vielen Fußballern erst einmal gelingen, beim großen FC Barcelona unter Vertrag genommen zu werden. Aber rechtfertigt dieser Starstatus von Turan eine Position innerhalb der Nationalmannschaft, beinahe alles alleine entscheiden zu müssen? Rechtfertigt es, im Flugzeug einen älteren Journalisten wegen eines älteren Artikels zu würgen und zu beleidigen? Nicht ein bisschen! Viele unserer Nationalspieler legen ein vermehrt divenhaftes Verhalten an den Tag. Spieler wie Turan, Burak YilmazSelcuk Inan oder Caner Erkin posten nach jedem Vorfall immer wieder Bilder in den sozialen Medien, in denen sie ihre gegenseitige Unterstützung offen kundtun. Man möchte nach außen das Bild einer Einheit darstellen. Was diese Spieler jedoch anscheinend nicht wissen, ist, dass das Volk keine Lust mehr auf die Skandale ihrer Nationalmannschaft hat. Viel eher fragen wir uns eigentlich, was diese Jungs ihrem Volk gegeben haben? Die WM 2010 verpasst, EM 2012 verpasst, WM 2014 verpasst. Es reicht nicht mehr zu sagen: „Ich habe mein Trikot immer mit Stolz getragen" [Arda Turan], sondern es muss endlich Leistung gezeigt werden!  

Auch wenn Turan seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft bekanntgegeben hat, so sollte Fatih Terim im Falle eines Rücktritt vom Rücktritt von Turan weiterhin auf seine Dienste verzichten. Ein Fatih Terim muss endlich auf eine Art und Weise handeln, welche ihn seit Jahrzehnten ausgezeichnet hat. Eine harte und konsequente Führung mit Spielern, die es verstehen, was es bedeutet, für ihr eigenes Land spielen zu dürfen.

Politischen Einfluss aus dem Fußball ausgrenzen

„Ich bin ein absoluter Fan von Angela Merkel und finde ihre Politik sehr gut!" Ein Satz, den man von Bastian Schweinsteiger niemals in der Öffentlichkeit hören würde, auch wenn er vielleicht so denkt. Ein Reinhard Grindel, Präsident vom Deutschen Fußballbund, würde in keiner Art und Weise die Politik von Frank-Walter Steinmeier in der Öffentlichkeit loben oder gar kritisieren. Denn Sport und Politik sollten strikt voneinander getrennt werden. Aber in der Türkei gelten andere Gesetze. In der Türkei werden Verbandspräsidenten und Verbandsfunktionäre von der Politik benannt, beziehungsweise auch eingeschleust. In der Türkei werden berühmte Persönlichkeiten im Sport für Wahlzwecke benutzt. So auch viele Fußballer und TV-Experten, unter anderem Arda Turan, Burak Yilmaz, Gökhan TöreHakan CalhanogluRidvan Dilmen. In einem Interview mit „NTVSpor" sagte Dilmen: „Das öffentliche Werben um ein „Ja" beim Referendum hat Arda Turan zur Zielscheibe gemacht." Ein Statement, mit dem Ridvan Dilmen Turan eigentlich Rückendeckung geben wollte, führt jedoch eine andere Erkenntnis ans Tageslicht: Die Politik muss sich vom Sport fernhalten! Extrem viele Menschen distanzierten sich von der Nationalmannschaft, denn ihr Kapitän hat öffentlich für eine Verfassungsänderung gestimmt. Auch Fußballer dürfen und sollten eine politische Meinung haben. Ob Sie mit „Ja" oder „Nein" abgestimmt haben, war alleine ihre persönliche Meinung. Aber hätte man dies öffentlich tun sollen? Hat man nicht gemerkt, dass man durch diese Aktion nicht nur viele Fans verloren hat, sondern auch nur ein Mittel zum Zweck geworden ist? Sobald die Politik die Finger aus dem Sport lässt, wird zumindest ein erster Schritt in eine bessere sportliche Zukunft getan werden.

Ein Neuanfang muss unumgänglich vorangetrieben werden

Um im Garten eine schöne Grünfläche zu besitzen, sollte man das Unkraut entfernen. So auch in der Nationalmannschaft. In den letzten Jahren sorgen immer dieselben Spieler für Unruhen. Es ist immer wieder die Clique um Arda Turan, Caner Erkin, Burak Yilmaz und Selcuk Inan. Immer wieder spalten diese Spieler die Mannschaft. Wie bereits bei der vergangenen Europameisterschaft bekannt wurde, haben die genannten Spieler eine Revolte gegen Trainer Fatih Terim vollzogen. Als Konsequenz hatte Terim all diese Spieler nicht mehr nominiert. Jedoch blieben viele Fragen offen. Bis heute weiß niemand ganz genau, was eigentlich in Frankreich im EM-Quartier vorgefallen ist. Ich behaupte: Der große mediale Druck und vor allem die Gespräche mit Verbandsboss Yildirim Demirören und Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan haben Fatih Terim dazu gebracht, wieder auf Arda Turan und seine Gefolgschaft zu setzen.

Die Nationalmannschaft hat mit Enes ÜnalEmre Mor, Hakan Calhanoglu, Oguzhan ÖzyakupCaglar SöyüncüOkay Yokuslu und Cenk Tosun ein hohes Maß an Talent und Klasse dazugewonnen. Mit erfahrenen Spielern wie Mehmet TopalGökhan Gönül oder Nuri Sahin ist es durchaus möglich, das Ganze in eine gut funktionierende Mannschaft umzuformen. Ein Arda, der sich nur auf den Fußball konzentriert, ist ohne Frage das Beste, was der türkische Fußball zu bieten hat. Allerdings hat er sich in der Türkei vor allem während, vor und nach der Europameisterschaft in Frankreich mit seinen skandalträchtigen Auftritten sowie seinem aggressiven Verhalten gegenüber Journalisten den „Störenfried"-Status erarbeitet.  

Yildirim Demirören muss unbedingt weg

Yildirim Demirören ist ein sehr erfolgreicher Geschäftsmann. Doch so erfolgreich Demirören in seinem Beruf ist, so desaströs handelt der momentane Verbandspräsident für den türkischen Fußball. Unter seiner Leitung hatte die „Milli Takim" mit Guus HiddinkAbdullah Avci und Fatih Terim bereits drei Trainer in nur sechs Jahren. Unter der Leitung von Demirören verpasste die Türkei zwei wichtige Turniere (EM 2012, WM 2014). Grund genug, um es sich eigentlich einzugestehen, dass es schon lange Zeit ist, abzudanken. Reinhard Grindel ist jemand, der von Fußball wahrscheinlich wenig bis gar keine Ahnung hat. Jedoch heißt sein Sportdirektor Horst Hrubesch. Der Manager der Nationalmannschaft heißt Oliver Bierhoff. Beide sehr anerkannte Personen, die in sportlicher Hinsicht jede Menge Erfolge nachweisen können. Wie heißt der Sportdirektor der Türkei? Es gibt keinen, denn diese Position wird von Trainer Fatih Terim ausgeübt. Wie heißt der Nationalmannschaftsmanager der Türkei? Gibt es ebenfalls nicht, denn auch diese Position wird von Fatih Terim ausgeübt. Nationaltrainer, Sportdirektor und Teammanager? Drei wichtige Posten, die von einer Person besetzt werden - zu viel! Diese personellen Umstrukturierungen hätte man bereits nach dem Verpassen der WM 2014 einleiten müssen.

Eine weitere Tatsache, welche den türkischen Fußballfan auf die Palme bringt: Yildirim Demirören war von 2004 bis 2012 Vereinspräsident von Besiktas. In dieser Zeit hat der Geschäftsmann Besiktas beinahe in den Ruin getrieben und immer wieder mit seinem eigenen Vermögen für finanzielle Unabhängigkeit gesorgt. Nach seiner Amtszeit forderte Demirören 100 Millionen Türkische Lira von Besiktas zurück. Da Besiktas für diesen Betrag nicht aufkommen konnte und darüber hinaus auch viele finanzielle Probleme bekam, wurde der Verein aus allen Wettbewerben der UEFA für ein Jahr ausgeschlossen. Ein Mann, der Besiktas beinahe ruiniert hat, hätte niemals Verbandspräsident werden dürfen!

Der türkische Fußball muss von der untersten bis in die oberste Etage neu formiert werden. Ein weitsichtiger Präsident, der die Aufgabengebiete Leuten vom Fach überlässt, wäre der erste große Schritt, um aus diesem Chaos wieder auferstehen zu können. Ein fußballverrücktes Land wie es die Türkei ist, hat viel mehr Potenzial als derzeit ausgeschöpft wird. Nimmt man Länder wie Island, Irland, Wales oder Österreich, so kann man klar erkennen, was gezielte Jugendarbeit und kontinuierliche Konzepte bewirken. Wir dürfen nie auf den Gedanken kommen und solche Länder unterschätzen. Denn Stand jetzt sind diese Nationen im fußballerischen Sinne weiter als wir es sind, obwohl die finanziellen Mittel der Türkei doch so viel stärker sind. 


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