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Donnerstag, der 14. Dezember 2017

Abrechnung: Ausländerregelung vs. Jugendförderung

Eins ist klar, durch die Wiederholung alter Fehler, wird sich der türkische Fußball nicht entwickeln. Die Zeit ist reif für tiefgreifende Veränderungen.

Von Anil P. Polat

Von sportlichen Erfolgen ist der türkische Fußball, mit Ausnahme von Ausreißern wie Beşiktaş in dieser Saison, weit entfernt. Es läuft seit Jahren weder auf Klub- und noch viel weniger auf Nationalmannschaftsebene gut. Natürlich wird die eigene (unzureichende) Arbeit nie hinterfragt und es wird für diesen stetigen Misserfolg natürlich keine Verantwortung übernommen. Es sind grundsätzlich andere schuld. 

Zeit sich seinem Versagen zu stellen 

Der Schuldzuweisungs-Modetrend der letzten Dekade lautet: „Ausländer". Ausländische Spieler sind für das Versagen der türkischen Spieler verantwortlich. Ist doch ganz klar, oder? Wie sieht daher die Lösung aus? Ebenfalls glasklar: Eine Ausländerregelung muss her. Das hat ja schon einmal fantastisch funktioniert. Warum etwas Neues wagen, wenn altbewährtes so gefruchtet hat? Wir erinnern uns an die Effekte der letzten Ausländerregelung: Überteuerte Ablösesummen und Gehälter für (meist mittelmäßige) türkische Spieler. Vertragsprobleme der Klubs wegen den laufenden Verträgen der ausländischen Spieler. Niveau- und Qualitätsverlust der Kader. Großes Aufbäumen und viel Kritik der Schwergewichte in der Süper Lig. 

Fehler nicht wiederholen 

Alles für den sportlichen Aufschwung und Erfolg des türkischen Fußballs. Und das Ergebnis? Tja, wie sieht es mit dem Erfolg denn aus? Ach ja, es gab keinen. Die Türkei verpasst weiterhin mit Ausnahme der (überraschend enttäuschenden!!!) EURO 2016 weiter regelmäßig die großen Turniere. Auf Vereinsbasis gibt es ebenfalls kaum Lichtblicke. Und da all diese Resultate vorliegen, die durchweg negativ sind, wurde die Ausländerregelung abgeschafft. Und da man damals keine Erfolge verzeichnen konnte, probiert man es halt noch einmal. Ist doch die pure, unausweichliche Logik, oder? 

Viele türkische Spieler scheinheilig und faul 

Die leidige und mittlerweile überaus nervige Thematik der Ausländerregelung haben alle satt, außer einem bestimmten, türkischen Spielerkreis. Denn für sie ist die Ausländerbegrenzung ein Segen. Warum? Ganz einfach: Sie wollen sich nicht dem Konkurrenzkampf stellen und schon gar nicht härter arbeiten. Wie bequem es dann doch wäre, wenn eine bestimmte Zahl von Start- und Kaderplätzen den türkischen Spielern sicher wären, ohne dass diese dafür besonders viel tun müssen. Ironischerweise sind es die jungen Spieler, wie Enes Ünal, Cengiz Ünder oder Çağlar Söyüncü, die eine ganz andere Auffassung vertreten. Diese sagen nämlich, der „Pass" eines Spielers ist irrelevant. Es spielt der Spieler, der härter arbeitet und eben besser ist. Das nennt man LOGIK und PROFESSIONALITÄT, um alle Ironie dieses Mal beiseite zu lassen. 

Andere Nationen zeigen, wie es geht

Viele Nationen besitzen keine oder eine sehr lockere Ausländerregelung und sind international auf Klub- und Nationalmannschaftsebene äußerst erfolgreich. Der letzte Weltmeister heißt Deutschland. Gibt es dort eine Ausländerbegrenzung? NEIN. Zwischen 2002 und 2006 lief es für den deutschen Fußball nicht gut. Was tat der DFB, um diesen Zustand zu verbessern? Begrenzte er die Anzahl die ausländischen Spieler in der einheimischen Liga? Mitnichten. Es wurde konsequent in Infrastruktur (Errichtung eines DFB-Jugendförderzentrums) und die Ausbildung der Trainer gesetzt und das von der untersten Ebene an. 

Das sollte auch der Ansatz für die der Türkei sein. Ändert sich die Ausländerregelung, ändert sich nichts an der derzeitigen sportlichen Lage. ABER beginnt man mit einer konsequenten, strukturierten und langfristigen Planung, so wird sich auch in Zukunft ein spürbarer Erfolg einstellen. Das Wichtigste ist die fundierte Ausbildung der Trainer. Mit Altınordu, Bursaspor und Trabzonspor hat man im Land einige Vereine, die bezüglich der Jugendarbeit gute Resultate erzielen. Bei diesen Klubs kann man sich wertvolle Erfahrungen und Wissen aus der Praxis holen. 

Zeit für tiefgreifende Reformen 

Der türkische Fußballverband (TFF) sollte regelmäßig Trainerseminare, Kurse und Schulungen zur stetigen Weiterbildung der türkischen Trainer abhalten. Dass es am nötigen Know-how in der Türkei größtenteils fehlt, ist kein Hindernis. Man muss seinen Blick nur auf erfolgreiche Modelle in Europa richten. Man schaue nur nach Barcelona mit der populären Fußballakademie „La Masia". Ajax Amsterdam ist berühmt für seine hervorragende Nachwuchsarbeit. Das gleiche gilt für Sporting Lissabon. Die Belgier haben in den vergangenen Jahren scharenweise junge Spieler auf Topniveau hervorgebracht. 

Mit Know-how zum Erfolg 

Die türkischen Trainer könnten als „Praktikanten" vor Ort das nötige Wissen und die Fachkunde erlernen und diese wiederum in der Türkei an weitere türkische Trainer weitergeben. Diese wiederum an andere in den Vereinen (sogenannter Pyramideneffekt). Der TFF gibt unnötige Summen für andere Dinge aus. Dieses Geld wäre deutlich weiser in die Ausbildung der (Jugend-)Trainer investiert. Anreiz für die Vereine junge türkische Spieler einzusetzen, könnten Einsatz- und Erfolgsprämien seitens des Verbandes sein. Wenn beispielweise ein Klub einen U21-Spieler 15-20 Spiele einsetzt und dieser Akteur mindestens eine bestimmte Anzahl von Minuten spielt, könnte der Klub dafür eben besagte Prämie kassieren. Außerdem sollte der TFF unbedingt in Trainingstechnologie, die fachspezifische Ausbildung und ein Jugendzentrum (zB. in Izmir) für alle Juniorengruppen der Nationalmannschaft investieren, um gezielter und noch intensiver mit den Perspektivspielern zu arbeiten. 

Eins ist klar, diese Investitionen tätigt man einmal und profitiert langfristig davon. Eine Veränderung kann es nicht von „oben" (Ausländerregelung) geben, sie muss direkt von „unten" (Jugendförderung, Trainerausbildung) beginnen. 

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