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Freitag, der 09. Februar 2018

Die Ausländerregelung in der STSL

Seit Jahren suchen die verschiedensten TFF-Funktionäre händeringend nach einer zufriedenstellen Lösung. Nach vielen verschiedenen Varianten ist bis heute keine erfolgreiche, lang anhaltende Regelung gefunden worden. Eins steht fest: Allen wird man es definitiv nie recht machen können.

Von Cem KUYU

Eine Änderung hier, eine dort, etwas an diesem Rad drehen und noch an jenem. Die Rede ist nicht von der Suche nach dem perfekten Rezept für ein Essensgericht. Es geht um die Ausländerregelung, die seit Jahren im Fokus steht und an der ständig etwas geändert wird. Kaum glaubt man eine zufriedenstellende Lösung gefunden zu haben, wird von einer unzufriedenen Seite Kritik ausgeübt. Die Ausländerregelung sei schuld am Misserfolg. Sich selbst hinterfragen? Fehlanzeige!

Dass das türkische Volk in Sachen Fußball ungeduldig ist, dürfte mittlerweile jedem bekannt sein. Es gelingt, bis auf wenige Ausnahmen, keinem Verein dauerhaft Konstanz reinzubringen. Allerdings ist das auch schwer umsetzbar, weil sich die Klubs fast jährlich neu einrichten müssen, es ist quasi unmöglich, langfristig zu planen, da eben ständig Änderungen stattfinden. Beim kleinsten Misserfolg wird das komplette System infrage gestellt, anschließend wird von Verbandsseite innerhalb kürzester Zeit eine Änderung der Regel bekanntgegeben. Dabei beginnt diese negative „Konstanz" von „oben": Solange sich der Verband nicht standhaft zeigt und länger hinter ihren Entscheidungen steht, sind die Vereine dazu gezwungen, sich permanent neu einzurichten. Ein Teufelskreis, aus dem es kein Entkommen gibt, wenn sich nichts ändert.

Wir alle beklagen uns über die mangelhafte Jugendarbeit, viel zu selten schaffe es ein Talent aus den eigenen Reihen in die erste Mannschaft. Schuld seien die Ausländer, die der Jugend den Platz wegnehmen. Als ein gewisser Arda Turan einige Ausländer vor die Nase gesetzt bekam, hieß es, er sei noch nicht soweit. Das, was Turan damals schaffte, tun nur die allerwenigsten Spieler aus der Türkei: Er hat sich durchgesetzt! Eine Eigenschaft, die den Spielern heutzutage ein Fremdwort zu sein scheint. Den Konkurrenzkampf annehmen, sich weiterentwickeln und anschließend die Früchte der Arbeit ernten. Stattdessen setzen sich gewisse Spieler für die Ausländerregelung ein, damit ihre türkischen Kollegen ihren Stammplatz sicher haben. Das Resultat dieser Regelung dürfte allen bekannt sein: stagnierende, überbezahlte Kicker, die keinerlei Anstalten machen sich weiterzuentwickeln, da sie ihren Platz sicher haben. Eine Regel sollten sich ALLE türkischen Profis hinter die Ohren schreiben: Der bessere Spieler wird auch spielen, unabhängig der Nationalität! Wenn ein Ausländer spielt, dann tut er das nicht, weil er Ausländer ist, sondern weil er der bessere Fußballer ist! Die Klubs zu zwingen, ihre türkischen Spieler einzusetzen, ist in jederlei Hinsicht kontraproduktiv. Qualitativ hochwertige Spieler ziehen das Niveau der Liga nach oben, davon profitieren auch die türkischen Spieler.

Die Regelungen der letzten Jahre, beispielsweise das 6+4 oder 5+3 sollten die Vereine dazu drängen, verstärkt auf ihre Jugendarbeit zu setzen. Das beginnt nicht bei der A2, sondern fängt bei den Kleinen bereits an. Wenn man so eine Regelung in die Welt setzt, muss man damit rechnen, dass es sich um einen über Jahre andauernden Prozess handelt. In Deutschland hat man dies bereits 2000 ins Leben gerufen - nach einer katastrophalen Europameisterschaft. Die ersten Erfolge hat man erst sechs (!) Jahre später bei der Weltmeisterschaft 2006 errungen, als man WM-Dritter wurde und wieder zur Weltspitze gehörte. Auch in den Folgeturnieren erreichte Deutschland zweimal das Halbfinale (2010, 2012) und einmal das Finale (2008), ehe man mit einer jungen, dynamischen und technisch hochveranlagten Truppe 2014 Weltmeister wurde. Warum das Ausrufezeichen nach der sechs? Weil das eine Dauer ist, die dem türkischen Fußballfan etwa fünfeinhalb Jahre zu lang wäre. Erfolge müssen sofort her, ansonsten ist jede Regelung schlichtweg nicht die richtige.

Der türkische Fußball bewegt sich immer weiter in Richtung Abgrund. Finanzielle Engpässe, verspätete Gehaltszahlungen, die zur Gewohnheit geworden sind und natürlich ausstehende Erfolge. All das, obwohl das Potenzial zur gestandenen Fußballnation mehr als gegeben ist. Allein die Tatsache, dass Deutschland aus etwa vier Millionen Türken einen Mesut Özil, Emre Can, Nuri Sahin, Ilkay Gündogan und Kerem Demirbay aus dem Hut zaubert, wohingegen aus der Türkei mit über 70 Millionen Menschen nur ein Turan hervorkommt, sollte zu denken geben. Sind diese Menschen talentierter als jene aus der Heimat? Keineswegs, aber diese Jungs wurden richtig gefördert und hatten die richtigen Voraussetzungen, um sich bestmöglich entwickeln zu können.

Das zu schaffen ist kein Ding der Unmöglichkeit, es bedarf Disziplin und Geduld. Welche Ausländerregelung in Zukunft auch gelten möge, die Regel selbst ist zweitrangig. Es braucht einen klaren Plan, der mit der angesprochenen Geduld und Disziplin durchzusetzen ist. Das ist die Grundlage für den Erfolg. Sollte das nicht gegeben sein, wird selbst die beste Regelung gnadenlos scheitern.


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