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Montag, der 04. Juni 2018

Altinordu: Ein Lichtblick am türkischen Horizont

Im Exklusiv-Interview mit Erdal Keser wurde der Finger in die offene Wunde des türkischen Fußballs gelegt. Ein Grund mehr, die Erfolgsgeschichte von Altinordu zu beleuchten. Ein Appell, warum dieser Verein ein Vorbild für den türkischen Fußball sein sollte. 

Von Rohat AKCAKAYA

Beim Blick auf die Homepage, welche im Gegensatz zu den Istanbuler Top-Klubs sogar in deutscher Sprache verfügbar ist, reibt man sich zunächst verwundert die Augen: Die Geschichte und Philosophie von Altinordu, einem Verein aus Izmir, fundiert auf drei Säulen. Die da wären, ein guter Fußballer, ein guter Mensch - und ein guter Staatsbürger zu sein. Der sich selbst als „ältester Klub der Türkei" bezeichnende Verein assoziiert dabei das Konzept eines guten Staatsbürgers auf der klubeigenen Homepage mit den Werten „Beständigkeit, Zuverlässigkeit, Einfühlungsvermögen, Pflichtbewusstsein, Loyalität und der Bereitschaft zum Teilen". Werte, welche man nicht unbedingt mit dem türkischen Fußball verbindet, sondern eher fehlende Disziplin und feurige Emotionen, wie zuletzt im Länderspiel gegen Tunesien beim Platzverweis von Cenk Tosun sichtbar.

Bucaspor Wegbereiter für den Erfolg

Schnell wird klar, dass Altinordu ein professioneller Verein mit klarer Handschrift ist. All das fing mit der Übernahme durch Seyit Mehmet Özkan an, welcher heute Vereinspräsident ist und im Jahre 2012 von Rivale Bucaspor kam. Özkan verkaufte damals Youngster Salih Ucan für 1,5 Millionen Euro und wollte die Summe komplett in den Nachwuchs investieren, jedoch stellte sich der Verein quer und Özkan wechselte zu Altinordu - der Start einer Erfolgsgeschichte. Dort nahm man ihn an, ließ ihn gestalten und so führte Özkan den Verein zunächst in eine Aktiengesellschaft über, was dem Prozess einer Ausgliederung gleicht. Dieser Prozess ist im zentraleuropäischen Fußball aktuell im Kommen, welches die Pionierleistung von Özkan und den Verantwortlichen umso beachtlicher erscheinen lässt.

Vertrauen in den Nachwuchs als Fundament des Vereins

Özkan veranlasste den Bau eines Nachwuchsleistungszentrums, welcher mit qualifizierten Nachwuchstrainern das wichtigste Fundament für den Herrenbereich bildet. Während die meisten türkischen Fußballvereine mit Freude zur Kenntnis nehmen, dass im Kader Platz für 14 Spieler aus dem Ausland sind, sucht man bei der „goldenen Truppe" [wörtliche Übersetzung von „Altinordu"; Anm. d. Red.] vergeblich nach Legionären. Bei einer Kadergröße von 24 Spielern und einem Durchschnittsalter von 23,4 Jahren gibt es nur einen einzigen Legionär. Der Verein gibt sich zudem vor, keine Spieler aus dem Ausland zu verpflichten und zumeist Spieler im Kader zu haben, welche das 23. Lebensjahr noch nicht vollzogen haben, was bei sieben Ausnahmen auch gut gelingt.

Zudem gelingt es dem Verein, immer mehr Nachwuchsspieler hervorzubringen, welche nicht nur zu Aushängeschildern des türkischen Fußballs werden, sondern auch zu Zeiten von explodierenden Ablösesummen wahrliche Geldsegen bedeuten. Cengiz Ünder und Caglar Söyüncü sind die letzten und wohl auch bekanntesten Talente, wofür der Verein allein 6,4 Millionen Euro verdiente und anschließend an Weiterverkäufen beteiligt war. Auch in der Nationalmannschaft sollen beide Talente zu Identifikationsfiguren im Aufbau einer neuen Ära des türkischen Fußballs aufsteigen.

Altinordu als leuchtendes Beispiel für den türkischen Fußball

Der Verein schreibt in seinen Visionen, dass es nach zwei Aufstiegen - der letzte glückte 2014 in die TFF 1.Lig - den Aufstieg in die Süper Lig anvisiert, und zwar bis zur Saison 2020/21. Der türkische Fußball ist bekannt dafür, dass ihm die Passion und die Ungeduld häufig zu Gemüte steigen, wofür Abdullah Avci bis heute als mahnendes Beispiel gilt. Während er mit seinen Visionen bei der türkischen Nationalmannschaft im Verband und von der Öffentlichkeit keine Anerkennung bekam, mauserte er aus Basaksehir einen ernsthaften Meisteraspiranten und spielt Jahr für Jahr in Europa. Ein Verein, der sich für seine Zielsetzungen mehrere Jahre Zeit nimmt, könnte entweder keine Ambitionen haben oder handelt wie im Beispiel von Altinordu mit Nachhaltigkeit, Geduld und klaren Konzepten. Dieser Verein hätte es alle Male verdient, in Zeiten von Auf- und insbesondere Umbrüchen im türkischen Fußball mehr Wertschätzung für seine Pionierarbeit zu erfahren. Nicht nur von den Vereinen aus Istanbul, sondern auch von allen, die mit dem türkischen Fußball mitfiebern.

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