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Donnerstag, der 10. Mai 2018

Gökdeniz Karadeniz sagt „Doswidanja“

Gökdeniz Karadeniz beendet mit seinem 300. Pflichtspiel für Rubin Kazan seine Karriere. Nach dem 0:0-Remis gegen FK Ufa am vergangenen Wochenende wurde der 50-fache türkische Nationalspieler von seinem Klub gebührend verabschiedet. GazeteFutbol blickt auf seine Karriere zurück.

Von Mikail UZUN

Gökdeniz Karadeniz, ein in der Türkei in Vergessenheit geratener Spieler, der sich seit 2008 weit weg vom medialen Interesse aus der Heimat sich in die Herzen der russischen Fußballfans gespielt hat. Die Gründe für das Schweigen der türkischen Medien kennen wir nicht. Eins steht jedoch fest: Der 38-Jährige hat nicht die Aufmerksamkeit bekommen, die er verdient hat. Mit zehn Jahren im Ausland stellte er im Übrigen einen neuen Rekord auf. Kein anderer türkischer Legionär führte seine Karriere so lange außerhalb der Heimat fort. Karadeniz kommt in seiner Karriere auf insgesamt 430 Profieinsätze für Trabzonspor und Rubin Kazan, in denen er 97 Treffer erzielte und 68 vorbereitete.

Der nahezu erzwungene Abschied aus Trabzon nach acht Jahren

Mit seinen 1,68 Meter Körpergröße verbreitete der offensive Mittelfeldspieler zunächst wenig Angst bei seinen Gegnern. Doch durch seine enorme Schnelligkeit und technische Versiertheit belehrte er sie eines Besseren. Gemeinsam mit den Teamkollegen Fatih Tekke, Ibrahima Yattara und Miroslaw Szymkowiak war er der Abwehrschreck der Liga. Karadeniz zeigte ab seinem Debüt im Jahr 2000 konstant gute Leistungen und entwickelte sich zum Publikumsliebling. Aufgrund der Trikotnummer 61, die er trug, konnten sich die Fans mit ihm identifizieren. Nach zwei Pokalsiegen in Folge (2003 und 2004) erreichte Karadeniz seinen Karrieretiefpunkt, als sich herausstellte, dass er in einen Wettskandal verwickelt war. Er gestand seine Tat und wurde daraufhin für sechs Monate vom Spielbetrieb ausgeschlossen. Nur kurze Zeit später, in der Nacht zum 31. Januar 2006, wurden die Autos von Fatih Tekke und Karadeniz von Schutzgelderpressern angeschossen. Beide Spieler wurden monatelang von dieser kriminellen Bande bedroht. Kapitän Tekke machte den ersten Schritt und verließ seine Heimat im Sommer 2006 für 7,5 Millionen Euro nach Russland zu Zenit St. Petersburg. Karadeniz spielte zwar nach seiner abgesessenen Strafe weiterhin erfolgreich für Trabzonspor, doch der torgefährliche Mittelfeldspieler wollte ebenfalls für die Sicherheit seiner Familie sorgen und folgte anderthalb Jahre später Tekke nach Russland. Der damals 28-Jährige wechselte für eine Rekordablösesumme von 8,7 Mio. Euro zu Rubin Kazan. Auch wenn der Name von Gökdeniz Karadeniz in den darauffolgenden Jahren immer wieder mit den Bordeauxrot-Blauen in Verbindung gebracht wurde, erklärte er, dass eine Rückkehr aus privaten Gründen nicht möglich sei.

Ein Neuanfang in Russland

Im Frühjahr 2008 wechselte Karadeniz überraschenderweise zu Rubin Kazan nach Russland. Zuvor beabsichtigte der ehemalige türkische Nationalspieler einen Wechsel nach Istanbul zu Fenerbahce, doch diesen verweigerte ihm sein Klub. Nun wagte er mit 28 Jahren den großen Schritt ins Ausland. Trotz der zu erwartenden Sprachprobleme zeigte der quirlige Mittelfeldspieler, dass der Fußball überall nur eine Sprache hat. Er fügte sich schnell in sein neues Team ein und entwickelte sich auch in Kazan zum Publikumsliebling. In seinen ersten beiden Jahren gewann er zweimal die russische Meisterschaft sowie den Superpokal. Für großes Aufsehen sorgte Karadeniz jedoch - sogar in den türkischen Medien - als er 2009 in der Gruppenphase der UEFA Champions League im Camp Nou das 2:1-Siegtor gegen den FC Barcelona erzielte. Der mittlerweile 38-jährige Legionär spielte sich in den zehn Jahren zu einer festen Größe im Team von Kazan auf und wurde sogar Kapitän. Nach seinem 300. Spiel für die Tataren wurde er gebührend von seinem Klub verabschiedet. Sein Trikot mit der Nummer 61 wird nicht mehr vergeben und ab sofort für jeden sichtbar im Stadion hängen. Zwar war nicht einmal bei seinem Abschied das mediale Interesse aus der Türkei vorhanden, doch die Russen verfolgten diesen Moment mit viel Tränen und Emotionen. Bei ihnen bedankte er sich für die tolle gemeinsame Zeit. Doch der Klub denkt nicht daran, den Türken ziehen zu lassen. Karadeniz soll ein Amt bei Rubin Kazan übernehmen. Im Hinblick auf sein langfristiges Ziel als Trainer tätig zu werden, erscheint das als eine sinnvolle Option.

Die Verwirrung um die Nationalmannschaft

Es brach ein großer Jubel auf, als der kleine Flügelflitzer in der Qualifikation für die EURO 2008 nach seiner Einwechslung in Athen seinen Gegenspieler tunnelte und den Ball an Torhüter Antonio Nikopolidis vorbei zum 4:1-Sieg gegen Griechenland im Tor versenkte. Im finalen Aufgebot für die EM 2008 stand er ebenfalls, jedoch fungierte er während des gesamten Turniers selbst in höchster Personalnot nur als Ergänzungsspieler. Sein letztes Länderspiel bestritt er im Halbfinale der EM 2008 gegen die DFB-Elf, als er in der 84. Minute eingewechselt wurde. Im Jahr 2010 erklärte der damalige Nationaltrainer Guus Hiddink, dass er Karadeniz nominieren wollte, doch Verbandschef Mahmut Özgener sein Veto eingelegt habe. Özgener begründete seine Entscheidung mit den Worten: "Das Trikot mit dem Halbmond und dem Stern ist heilig. Für diese Nationalmannschaft zu spielen, ist eine große Ehre. So lange ich im Amt bin, wird ein wegen eines Wettskandals verurteilter Spieler dieses Trikot nicht tragen." Daran änderte sich auch nach zahlreichen Trainerwechseln nichts. Auch Mehmet Ali Aydinlar und Yildirim Demirören wollten nichts von dem Legionär wissen. Gökdeniz Karadeniz antwortete in einem Interview ironisch: "Wenn ich nicht nominiert werde heißt das, dass meine Leistungen einfach nicht ausreichend sind."

Gökdeniz Karadeniz sagt "Doswidanja"

Unter Tränen hielt Karadeniz schließlich seine Abschiedsrede in der Kazan-Arena. Er bedankte sich für die tolle gemeinsame Zeit und wurde anschließend von seinen Mitspielern gefeiert. Bedauernswert war dabei das geringe bis nicht vorhandene Interesse aus der Türkei. Natürlich hat Karadeniz einen Fehler begangen, jedoch hat er diesen gestanden und wurde im Gegensatz zu anderen nicht von höheren Mächten in Schutz genommen. Gökdeniz Karadeniz, ein Spieler, dessen Wert in Russland mehr geschätzt wird als in seiner Heimat. "Hier bin ich für die Leute weiterhin "der Türke". In der Türkei bin ich jedoch in Vergessenheit geraten", erklärt der 38-Jährige. Ein Abschiedsspiel zwischen Rubin Kazan und Trabzonspor, welches momentan im Gespräch ist, wäre für den türkischen Fußball die letzte Chance, dem Legionär seinen verdienten Abschied zu bescheren.

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